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Die Handballer des SC DHfK Leipzig mussten am Sonntagnachmittag eine deutliche 26:35-Heimpleite schlucken. Im Mittelfeld-Duell mit dem TBV Lemgo Lippe hatten die Hausherren schon in der ersten Halbzeit klar das Nachsehen und gingen mit einem 12:19-Rückstand in die Pause. Auch das Comeback von Franz Semper konnte nichts daran ändern, dass der SC DHfK auch nach der Pause ohne Chance blieb. Mit 17 Pluspunkten treten die Grün-Weißen weiter auf der Stelle und rutschten auf Tabellenplatz 13.
Mehr als 5.000 Zuschauer waren am Familienspieltag in die QUARTERBACK Immobilien ARENA gekommen, um den Leipzigern den Rücken zu stärken. Doch der SC DHfK lief von Anfang an einem Rückstand hinterher. 3:5 hieß es nach etwas mehr als fünf Minuten, die ersten drei Leipziger Tore hatte allesamt Luca Witzke erzielt. Nach etwas mehr als einer Viertelstunde führten die Gäste bereits mit 7:11.
Dann war es soweit: Nationalspieler Franz Semper durfte endlich sein langersehntes Comeback im DHfK-Trikot feiern. Der Linkshänder konnte am Tag vor dem Spiel ohne Beschwerden trainieren und hatte von den Mannschaftsärzten grünes Licht für einen Einsatz von ca. 15 Minuten erhalten. Doch kaum war Semper auf der Platte, musste er das Feld auch schon wieder verlassen, denn er handelte sich direkt eine Zeitstrafe ein. Der TBV Lemgo Lippe zog zunächst auf 9:14 davon und führte zur Pause sogar mit 10:17. Die letzte Aktion der ersten Hälfte war nahezu sinnbildlich für den gebrauchten Tag der Grün-Weißen. Drei Leipziger stürmten im Konter allein auf das Lemgoer Tor zu, doch Lukas Binder scheiterte an Schlussmann Constantin Möstl.
Natürlich hatte sich der SC DHfK noch längst nicht aufgegeben und wollte nach Wiederanpfiff gemeinsam mit dem Publikum die Aufholjagd einläuten. Es ging auch direkt mit viel Schwung los. Simon Ernst blockte hinten einen Wurf, Domenico Ebner hielt einen Ball und vorn trafen Luca Witzke und Staffan Peter. Auch Franz Semper gelang sein erstes Tor in diesem Jahr, sodass der Rückstand nur noch 15:20 betrug. War hier etwa doch noch was möglich?
Leider nicht. Denn der TBV Lemgo Lippe bekam wieder die volle Kontrolle über diese Partie und vergrößerte seinen Vorsprung bis Mitte der zweiten Hälfte auf zehn Tore (17:27). Folgerichtig wurde es in der QUARTERBACK Immobilien ARENA erschreckend leise. An den Fans hatte es bis dato am allerwenigsten gelegen, dass der SC DHfK seine PS an diesem Nachmittag nicht auf das Parkett bringen konnte. „Diese Vorstellung war aus meiner Sicht nicht akzeptabel“, wurde Trainer Rúnar Sigtryggsson nach dem Endergebnis von 26:35 deutlich. Der Chefcoach fügte hinzu: „Beim Auswärtsspiel am kommenden Freitag in Göppingen müssen wir ein komplett anderes Gesicht zeigen!“
Florian Kehrmann (Trainer TBV Lemgo Lippe):
„Ich glaube, wenn man in Leipzig mit neun Toren gewinnt, dann spricht nicht viel dagegen, dass man zufrieden ist. Ich muss echt ein großes Kompliment machen. Mit einer sehr guten Abwehr haben wir heute Leipzig vor Probleme gestellt. Im Angriff haben wir es taktisch gut gelöst und uns viele Chancen erspielt. Wir konnten dann früh wechseln und die Belastung gut verteilen. Wir wussten aber auch, wenn Leipzig es schafft, in ihr Tempospiel zu kommen und uns mit ihrer Abwehr zu stressen, wird das in der zweiten Halbzeit noch eine Aufgabe. Wir haben dann zwei, drei Minuten ein bisschen gewackelt, sind dann aber wieder dahin gegangen, wo es weh tut und haben uns nicht stressen lassen. Natürlich hatten wir ein bisschen Spielglück, weshalb das Ergebnis so hoch ausgefallen ist. Aber wir haben jetzt einen guten Lauf und den wollen wir fortsetzen.“
Rúnar Sigtryggsson (Trainer SC DHfK Leipzig):
„Glückwunsch an Lemgo zum verdienten Sieg. Unsere Leistung war heute sehr schlecht. Was wir uns vorgenommen hatten, ist überhaupt nicht aufgegangen. Im Angriff sind wir nicht in die Tiefe gekommen und haben im Rückraum mit wenig Überzeugung gespielt. Unsere Zweikampfführung war blutleer. Wir hätten in all unseren Mannschaftsteilen eine viel, viel bessere Leistung abrufen müssen, um heute die Punkte zu holen.Diese Vorstellung war aus meiner Sicht nicht akzeptabel.“
SC DHfK Leipzig gegen TBV Lemgo Lippe 26:35 (12:19)
Tore SC DHfK Leipzig: Witzke 5, Binder 5, Seitz 4, Rogan 4, Peter 3, Preuss 2, Semper 2, Hönicke 1
Tore TBV Lemgo Lippe: Verstrijken 8, Zehnder 6, Faust 6, Simak 4, Hutecek 3, Brosch 2, Suton 2,
Wagner 2, Petrovsky 2
Siebenmeter: Leipzig 2/2, Lemgo 3/3
Paraden: Leipzig 7, Lemgo 13
Zeitstrafen: Leipzig: 14 Min; Lemgo: 8 Min
Rote Karte: Ernst (Leipzig, 44. Min)
Zuschauer: 5.013 Handballfans in der QUARTERBACK Immobilien ARENA